Die vorliegende Arbeit ist in ein umfassenderes Projekt zur Synthese
und Charakterisierung supramolekularer Systeme der chemischen
Endzusammensetzung
(Mullit) als
Vorstufen für neuartige Keramiken eingebettet. In diesem
Verbundprojekt suchten die Projektpartner, das Fraunhofer Institut für
Silicatforschung, Würzburg (ISC), Daimler Benz Aerospace Dornier GmbH,
Friedrichshafen (Dornier) und das NMR-Zentrum der Johann Wolfgang
Goethe Universität-Frankfurt gemeinsam die Grundlagen für die
Herstellung einer faserverstärkten Mullit-Keramik für die Luft- und
Raumfahrttechnik zu legen.
Dabei sollten sowohl anwendungs- als auch grundlagenorientierte Fragestellungen bearbeitet werden. Die hier vorgelegte Arbeit beschäftigt sich mit strukturellen Eigenschaften der im Laufe der Synthese auftretenden Zwischenprodukte. Die zu untersuchenden Systeme sind daher keineswegs Modellsysteme, sondern real verwendbare Ausgangsprodukte für Keramiken. Ziel der Entwicklung war neben dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn die industrielle Verwendbarkeit des Produktes.
Die vorgelegten Ergebnisse wurden mit der molekularen Sichtweise des Chemikers interpretiert. Allerdings bilden gerade die für die industrielle Anwendung geeigneten Vorstufen supramolekulare Systeme, welche von vorwiegend nichtkovalenten Wechselwirkungen stabilisiert werden. Solche hoch molekularen Systeme werden sich weniger erklärend, sondern eher beschreibend mit Magnetischer Kernresonanz-Spektroskopie untersuchen lassen.